Schatzlweg, Schliersee ... ehemalige Adventkapelle

Ende der 60er Jahre wurde der Schliersee "berühmt" (berüchtigt) ... als ein kleiner Junge mit seiner Mutter vier Wochen lang an diesem See zeltete ... vier Wochen lang Regen, Regen, Regen (Wassertemperatur im Schliersee: 14°)...

Die Rettung für Andreas und seine Mutter mit dem durchgeweichten Zelt und durchnässten Klamotten war die Adventgemeinde Schliersee im Schatzlweg, wo sie liebevoll von den dortigen Gemeindegliedern Magdalena und Joseph Haimerl aufgenommen und im trockenen Gästezimmer untergebracht wurden. Das Ehepaar Haimerl hatte das Haus am Berghang in einer ruhigen Seitenstraße wenige Jahre zuvor erbaut - einschließlich einem kleinen Gemeindesaal, um der Adventgemeinde vor Ort ein Zuhause zu geben.

Die Aufnahme war so herzlich und freundlich, dass Andreas und seine Mutter hier noch öfter Urlaub machten. Jetzt gleich im Schatzlweg bei Haimerls. Zuletzt war dies im Frühjahr 1973 - einem für den dreizehnjährigen Andreas entscheidenden Jahr. Die junge Esther Rauser (heute Bieling) war gerade in ihrer Ausbildung als Diätassistentin und ebenfalls Gast im Hause Haimerls. Sie wurde für Andreas zu einer ungewöhnlichen geistlichen Begleiterin in seine Teeniezeit hinein und hatte nicht unwesentlichen Anteil daran, dass er sich - nach weiteren existenziellen Glaubenserfahrungen im Herbst 1973 in der Taufe ganz für Jesus Christus entschied. Danke Esther, für deinen unvergessenen Satz "Ich bin eines Königs Kind

An diesen historischen Ort zog es Claudia und Andreas in diesem Urlaub zurück. Von der ruhigen, sehr empehlenswerten Pension Sonnenbichl in Fischbachau aus (ganz in der Nähe der berühmten Wallfahrtskapelle Birkenstein, die Andreas natürlich auch noch kannte), begaben wir uns auf Spuren der Kindheit von Andreas . Schliersee, Tegernsee, Spitzingsee, Bayrischzell... Wohlvertraute, aber inzwischen hoffnungslos überlaufene Orte. Nicht selten kamen wir uns vor, wie im Kaufhaus zur Weihnachtszeit....

Natürlich gab es auch einen Abstecher zum Schatzlweg. Dort trifft sich schon lange keine Adventgemeinde mehr. Das Haus - einschließlich der eigens für die Gemeinde gebauten Kapelle - ist jetzt in rein privater Nutzung eines grünen Lokalpolitikers. Die Kapelle wird jetzt als Mehrzweck- und Abstellraum genutzt. Die freundliche Dame des Hauses erlaubte uns einen Blick in den Saal ... ja, die Tapete erkannte ich noch ... und ließ sich die Geschichte von damals erzählen. Auch das Fenster mit dem Kreuz hat als Zeichen der ursprünglichen Zweckbestimmung des Hauses überlebt. Denkwürdige Eindrücke für uns.  

 

andreas im schatzelweg