Am vergangenen Wochenende waren wir zusammen in "Helgoland". 

Helgoland mit der aufregenden Felsformation "Lange Anna", jener in den Himmel zeigende Finger an der Nordspitze der Insel. Tatsächlich gibt es sogar eine steuerliche Sonderbehandlung der Insel, die zwar zu Deutschland, nicht aber zur europäischen Zollunion gehört. Ein wahrer Sehnsuchtsort - aus vielerlei Gründen. Mit rund 1500 Einwohnern eine Großstadt im Vergleich zu Wüstenjerichow - jedenfalls 18 mal so groß ... upps ... da ist sie wieder, die Zahl 18 - die quasi symbolträchtig dieses Jahr begleitet hat.

Und da wir gerade bei Symbolen sind... Symbolisch ist Helgoland eine Art Sehnsuchtsort, den wir vom 1. - 2. September besucht haben...

Im innerbaptistischen Sprachgebrauch ist nämlich zum Schutz von Pastor und Gemeinde bei Bewerbungsgesprächen immer von einer Reise nach Helgoland die Rede. Anders gesagt: wenn eine baptistische Pastorin oder ein baptistischer Pastor eine Stelle sucht und "nach Helgoland" reist, bedeutet dies, sie oder er stellt sich in einer Gemeinde vor. Bevor aber nicht klar ist, ob aus der Bewerbung tatsächlich ein neuer Wirkungsort wird, bleibt der Codename "Helgoland" - denn auf Helgoland gibt es gar keine Baptistengemeinde. 

Mit der Beendigung der Anstellung von Claudia an der Christuskirche (Ende Oktober 2018) ist Claudia ja tatsächlich arbeitssuchend. Dabei empfiehlt der Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden, sowohl Arbeitgebern (z.B. Gemeinden oder Werken) als auch Arbeitnehmern (z.B. Pastorinnen) gleichzeitig nicht mehrere Eisen im Feuer zu haben, so dass nicht "Konkurrenz" sondern "Kennenlernen" im Mittelpunkt erster Begegnungen steht. So waren wir am Wochenende in "Helgoland" - entsprechend dem Profil von Claudia irgendwo zwischen Berlin und Hannovercool 

Ein erstes Kennenlernen mit dem Leitungskreis fand bereits im August statt und führte zu einer Einladung, sich den Fragen der Gemeinde zu stellen und einen Gottesdienst zu feiern, bei dem Claudia dann predigen durfte. Am Samstag gab es bei leckerem Kaffee und Kuchen die Vorstellungsrunde, sonntags fand der Gottesdienst statt. Wir waren beeindruckt von dem geschichtsträchtigen Ort mit vielen wunderschönen, Möglichkeiten eröffnenden Räumlichkeiten, von einem durch und durch herzlichen Empfang - nicht nur für Claudia, sondern auch für Andreas, den unterschiedlichen, z. T. sehr tief gehenden Fragen zu Claudias Werdegang und Berufung, sowie einer beeindruckenden musikalischen Frische und Vielfalt im Gottesdienst. Wir haben uns wohl gefühlt und sind dankbar für die Begegnung.

Gleichwohl entscheidet im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden die Gemeindeversammlung über die Anstellung eines Pastors oder einer Pastorin. So werden wir uns noch bis zum Sonntag gedulden müssen, bis wir Antwort aus Helgoland bekommen und gegebenenfalls das Geheimnis, wo dieses Helgoland tatsächlich liegt, lüften können. Beten dürft ihr für diese Entscheidung aber schon jetzt, denn gerne würden wir öfter dort hin fahren. 

 

 

Helgoland Vogelperspektive sx