Mit Depressionen beschäftigte ich mich am letzten Wochenende. Eine Fachtagung, die „wie im Fluss“ vorüber ging. Vorträge, Austausch, musikalische Beiträge beschäftigten sich mit Aspekten von Musiktherapie mit depressiv erkrankten Menschen in unterschiedlichsten Lebensaltern. „Eine Farbe des Lebens?“, so die Frage, die uns begleitete.
Ein paar Tage später betrachten wir Die großen Fragen des Lebens in Bildern von Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Neben Selbstporträts und Landschaftsimpressionen, sahen wir Menschen jeden Alters, begegneten wir den Themen Tod und Leben, Liebe und Einsamkeit in unterschiedlichsten Farben. Die Ausstellung in Dresden war ein wesentliches Highlight unseres Urlaubs für mich.
Wir waren dem Gefühl auf der Spur und ließen uns berühren. Von Farben und Klängen, Menschen und Ereignissen. Das Licht in der Eremitage in Bayreuth berührten mich ebenso, wie die Tränen unserer Enkelin, als wir nach ein paar spontanen Stunden Besuch uns weiter auf den Weg machten.
Für das fröhlich-bunte Purim-Fest in der letzten Woche hatte ich eine Morgenandacht eingesprochen, die ich aufgrund der politischen Weltlage in Frage stellte. Mitten aus dem Urlaub heraus nahm ich Kontakt mit dem Sender auf, und bin dankbar, dass eine ältere Andacht von mir aus dem Archiv ausgestrahlt werden konnte. Für mich selbst
eine spannende Überraschung, welche wohl als Alternative ausgesucht werden konnte und dann gehört werden würde. Die Einladung zur „Trödel-Challenge“ in dieser Andacht erreichte mich dann an unserem eigentlichen Urlaubsziel: Görlitz.
Ja, Görlitz ist eine Reise wert – und ja, gut, dass wir nicht dort wohnen. Man kommt in Görlitz nicht einfach mal vorbei, und das östlichste Ende unseres Landes hat seinen Charme. Doch hätte ich hier Anschluss gefunden? Sicher: Baptisten, Adventisten, Stadtmission, CVJM und andere Kirchen waren alle fußläufig erreichbar von unserem Quartier und ein Dialekt fiel nicht groß ins Gewicht, doch die Stadt fühlte sich fremd an, auch wenn sie uns neugierig machte.

Der blaue Himmel tat unserer Seele gut! Die Weite, Zeit und Stille ebenso. Dass Andreas Erkältung sich zurückmeldete, bescherte mir eine erfolgreiche Shopping-Tour mit schlesischen Köstlichkeiten, Lektüre und Kleidungsstücken. Neben Tönen und Klängen ging auch was aus Ton mit auf die Reise nach Hause.
Hier haben wir heute gepicknickt, nachdem uns eine Predigt nachdenklich stimmte, die wir mit vielen teilten. Nun sitzen wir im Wohnzimmer denken, lesen, schreiben und sinnen über sinnliche Momente der letzten Tage nach.
Es machte Sinn nicht alles zu senden und zu sagen. Sinnvoll war es, mal offline zu gehen und spontan neue Routen auszuprobieren. Sinn macht es für mich, mit Menschen unterwegs zu sein und Beziehungen zu pflegen, per Hand Karten zu schreiben. Schön ist es, spontan einzukehren und der Seele Gutes zu gönnen: Natur und Kunst, Einkäufe und Essen, Farben und Fragen. Sinnvoll scheint es auch, Dinge zu lassen und nicht alles mitnehmen zu müssen. Gelernt habe ich viel im Urlaub – und das macht mein Leben reich.
07.03.2026 / csb